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Ludwig

König Ludwig

König Ludwig Ludwigs offizielle Geburtszeit ist 25.08.1845 0:28, die selbe Stunde zu der König Ludwig I. vor 59 Jahren geboren wurde und außerdem der Ludwigstag. Deshalb munkelt man, man habe den Prinzen bis zur rechten Zeit vorenthalten um ihn dann mit 101 Kanonenschüssen den nahen Münchener Bürgern zu verkünden.
Eigentlich sollte das Kind nach seinem Taufpaten König Otto von Griechenland und König Friedrich Wilhelm von Preußen Otto Friedrich Wilhelm getauft werden, aber auf Bitten des Großvaters Ludwig der erste, wurde es wie er -Ludwig- genannt.
Die Eltern Max und Marie bemühten sich, dem Prinzen Ludwig eine durchaus strenge, neutrale und akkurate Erziehung zuteil kommen zu lassen. Der Vater wäre lieber Professor als König. Er hat kein Verständnis für den mit Bauklötzchen spielenden Sohn. Anders als der Großvater, der sich mit dem jungen Ludwig gut verstand. Auch König Ludwig I war ja bekanntermaßen ein echter Genießer: in der Kunst, wie bei den Frauen.Auch die praktische Mutter bevorzugt eindeutig seinen zwei Jahre jüngeren Bruder und behandelt Ludwig lieblos.


Die strenge spartanische Erziehung, die sein Vater anordnete, schlägt sich stark in Ludwigs sensibler Seele nieder. Als z. B. König Max erfuhr, dass Ludwig sich gefühlvoll und fürsorglich um eine Schildkröte kümmert, läßt er sie ihm sofort wegnehmen. Die Sprößlinge der bayerischen Herrscherfamilie durften sich bei Tisch nicht einmal richtig satt essen. Süßigkeiten waren ebenso tabu, wie verschwenderischer Umgang mit dem äußerst knapp bemessenen TaschengeldSie wurden immer sehr früh geweckt; Pflichtversäumnisse und Streiche hart mit Prügel bestraft.
Am 10. März 1864 stirbt der Vater Max. Ludwig kommt jung und unerfahren an die Macht. Entgegen aller Behauptungen Ludwig sei vollkommen desinteressiert an der Politik, übt er die ersten Jahre die Regierung mit großem Eifer aus. Er war sogar ein sehr engagierter, wendiger und geschickter Politiker und - auch sehr erfolgreich. Aber eine weitgehend selbständig agierende Ministerialbürokratie verstand die Entscheidungen des Monarchen meisterhaft zu blockieren und zu boykottieren.
Als 1866 der Krieg zwischen Österreich und Preußen droht versucht Ludwig die Neutralität Bayerns zu bewahren. Die Minister und der Landtag entscheiden jedoch die Mobilmachung und kämpften auf Seiten der Habsburger gegen Preußen.. Ludwig ist darüber so verbittert das er an Abdankung denkt. Ludwig hatte Recht, Bayern aus dem Krieg herauszuhalten: Bayern verlor mit Österreich und mußte zu den 30 Millionen Gulden Kriegskosten noch einmal 30 Millionen Gulden Kriegsentschädigung bezahlen.
Es war ein Wendepunkt in der neueren bayrischen und deutschen Geschichte: Österreich war ein Außenseiter in der deutschen Politik geworden, die neue mitteleuropäische Großmacht Preußen diktierte den Weg Bayerns immer mehr: König Ludwig mußte musste ein Schutzbündnis mit Preußen eingehen, was faktisch einer außenpolitischen Vormundschaft Preußens über Bayern entsprach.Bayern allein, König Ludwig ein souveräner Herrscher über sein Land, über Seine Bayern war Makulatur geworden. Ludwig war enttäuscht, nein zutiefst traurig. Gegenüber Preußen und dem Hohenzollern hegte er von jetzt an immer eine gewisse Reserviertheit.Zwangsbündnis mit Preußen hatte zur Folge, daß Bayern 1870 wieder in einen Krieg gezogen wurde: gegen Ludwigs geliebtes Frankreich. Ludwig versucht vergebens das Problem auf diplomatische Art zu lösen. 1871 siegt zwar Bayern an der Seite Preußens, dennoch empfindet Ludwig eine zusätzliche Demütigung: am 18. Januar 1871 erhält Ludwig einen Brief Bismarcks, den sogenannten "Kaiserbrief" zu schreiben, mit dem er als der Herrscher des zweitgrößten deutschen Staates dem preußischen König Wilhelm I. formell die deutsche Kaiserwürde antrug. Ludwig hätte ablehnen können, doch zeigte er noch politischen. Scharfsinn. Hätte er abgelehnt hätte ein anderer deutscher Fürst den Brief geschrieben, doch so konnte Ludwig für Bayern Sonderrechte, wie eigene Post, Bahn und die eigene Hoheit über das Militär einholen. So rettete Ludwig damals ein Stück Souveränität; mit ein Grundstein für die besondere bayrische Stellung in Deutschland bis zum heutigen Tage.



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