König Ludwig
Nach seiner Isolierung beschäftigte er sich mehr mit dem Bau von Schlössern. In ihnen zelebrierte er das absolutistische Königtum seines französischen Namensvetters Ludwig XlV., oder lebte mystische Gralsphantasien aus, die sein Freund Richard Wagner mit seinen Opern in ihm geweckt hatte. Dennoch war auch der modernen Technik gegenüber aufgeschlossen, wie z.B. das erste mit Batterie beleuchtetes Gefährt, den ersten Kühlschrank, eine Klingelanlage, ein automatisches "Tischleindeckdich" und Pläne für einen Flugapparat. Er verfolgte verschiedene Projekte.
In Neuschwanstein war eigentlich der „echte deutsche Ritterburgenstil“ geplant, doch entwickelte es sich bald zu einem gewaltigen romanischen Neubau. Allerdings ziehen die immer neuen Pläne des Königs die Bauarbeiten in die Länge. Statt den geplanten drei Jahren ist es nach 17 Jahren immer noch nicht fertig. Linderhof und Herrenchiemsee sollten dem Sonnenkönig Ludwig XIV. geweiht sein. In Linderhof entschied er sich letztlich doch für ein kleines Lustschlößchen.
Das Versailles Projekt wurde auf Herrenchiemsee verlegt. Spekulanten hatten die Insel erworben um sie abzuholzen. Auf die Bitten der Priener Bevölkerung hin, kaufte der König die Insel. Was ihm auch den Titel als ersten Naturschützer einbrachte. Eine genaue Kopie von Versailles sollte es werden, sogar alles noch ein bißchen größer.Das Orientalische verzauberte König Ludwig sehr. Auf dem Dach der Residenz ließ er einen gigantischen Wintergarten bauen. Ein chinesischer Palast war ebenfalls geplant.